Agrarpolitik

Piktogramm: Keimender Samen in Petrischale

Gentechnisch veränderte Pflanzen, Tiere und Produkte spielen in der deutschen und europäischen Landwirtschaft-, Umwelt- und Ernährungspolitik zunehmend eine Rolle. Verschiedene Akteur*innen versuchen ihre Interessen in einer Debatte aus komplexen Zusammenhängen durchzusetzen, wodurch oft kontroverse Auseinandersetzungen entstehen. Industrie- und Wissenschaftsinstitutionen begrüßen den Fortschrittsgedanke neuer Innovationen und vernachlässigen dabei häufig mögliche Risiken. Diese werden von Umweltorganisationen und Bauernverbänden aufgegriffen, die der Gentechnik oft skeptisch gegenüberstehen.

Das Gen-ethische Netzwerk versucht die unterschiedlichen Interessengruppen und ihre Motive aufzuschlüsseln. Durch eine kritische Aufarbeitung der politischen Diskurse, bringen wir die Entscheidungsprozesse an die Öffentlichkeit. Wir dienen auch als vernetzende und beratende Organisation für unterschiedliche Akteur*innen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Wem gehört unser Salat?

    Von
    13. August 2020

    Das Europäische Patentamt (EPA) erteilte – auch nach der Bestätigung des Verbots von Patenten auf herkömmlich gezüchtete Pflanzen – ein Patent auf Salat. Der Antrag zeigt exemplarisch, wie Fachanwälte von großen Saatgutunternehmen versuchen, aus klassischen Zuchtmethoden gezielt technische Verfahren zu machen.

  • Keine Patente! – Oder doch?

    Von
    13. August 2020

    Es darf keine Patente auf Pflanzen und Tiere aus herkömmlichen Zuchtverfahren geben. Das hat die Große Beschwerdekammer am 15. Mai 2020 bestätigt. Das Gen-ethische Netzwerk hat dieses Urteil zusammen mit der internationalen Koalition „No Patents on Seeds!“ (NPOS) begrüßt.

  • Nachhaltigkeit & Gentechnik

    Von
    13. August 2020

    Mit der Farm-to-Fork-Strategie legt die EU-Kommission ihren Zehnjahresplan für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem bis 2030 vor. Der Plan stößt auf Kritik, auch im Hinblick auf die neuen Gentechniken. Alternativen zu technischen Lösungen finden sich in der Agrarökologie.

  • Zwei Jahre nach EuGH-Grundsatzentscheidung

    Richterhammer auf Tisch
    Von

    (Berlin, 22.07.2020) Vor zwei Jahren, am 25. Juli 2018, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Grundsatzurteil (Rechtssache C-528/16) klargestellt, dass auch neue Verfahren der Gentechnik unter dem bestehenden EU-Gentechnikrecht zu regulieren sind. Die Politik muss sich für die Entwicklung valider Nachweisverfahren einsetzen und die Regulierung der neuen gentechnischen Verfahren sicherstellen.

  • 30 Jahre Widerstand und Kritik

    Eine Lupe betrachtet eine Blume aus der Nähe.
    Von

    Seit über 30 Jahren sorgt die grüne Gentechnik in Deutschland für kontroverse Diskussionen und heftige Proteste. Die Petunie markiert dabei den Beginn einer Reihe von Freisetzungsversuchen mit gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen in Deutschland.