Reprotechnologien

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Eizell„spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind – diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Rezension: Trans* Elternschaft: Antworten jenseits von Reprotech

    Cover des Buchs "becoming trans* parents." mit schwarzem Schriftzug auf gemustertem weißem Hintergrund.
    Von
    13. August 2026

    Wie trans* und nichtbinäre Menschen trotz bürokratischer Erschwernisse und anderer Zugangshemmnisse Eltern werden, hat Soziolog*in Jenn Stoll untersucht. Aufbauend auf dem theoretischen Konzept der Repronormativität, mit dem sich Ein- und Ausschlussdynamiken in Bezug auf Reproduktion und Elternschaft fassen lassen, fragt Stoll: Wie werden Menschen abseits cisnormativer Familienmodelle Eltern? Welchen Hürden begegnen sie? Und welche Umgangsstrategien finden sie damit? 

  • 40 Jahre: Aufbrüche und Umbrüche – Das Gen-ethische Netzwerk zwischen Information und Bewegung

    GID-Ausgabe
    278
    vom
    August 2026

    Vor 40 Jahren hat das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) den Aufbruch gewagt. Seitdem begleitet es die Entwicklungen rund um Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin kritisch und macht ihre gesellschaftlichen Auswirkungen sichtbar. Anlässlich des 40. Jubiläums beleuchtet das GID MAGAZIN die Bewegungsgeschichte rund um das GeN – von den Ursprüngen des Vereins über den Wandel feministischer Diskurse rund um Reproduktionstechnologien bis hin zu aktuellen Umbrüchen beim Umgang mit Gen- und Biotechnologien.

    Cover des GID Magazins mit stilisierten, leuchtenden Türen und einer Menschenmenge, die durch eine Tür geht, dazu Text zu 40 Jahren Aufbrüchen und Umbrüchen im gen-ethischen Netzwerk

  • „Restriktive Gesetzgebung hat einen Dominoeffekt“

    Interview mit
    11. Mai 2026

    Seit mehr als 20 Jahren forscht Amrita Pande zu Leihschwangerschaft. Im Interview spricht sie über den globalen Fertilitätsmarkt und seine Anpassungsfähigkeit. Restriktive Gesetze in einzelnen Ländern sieht sie als Problemverlagerung. Daher sucht sie nach anderen Lösungsansätzen. 

     

  • Im Paket enthalten: Selektion

    Puppe mit Stoffkörper und weißen Socken umgeben von verschiedenen Haarsträhnen, bunten Puppenaugen, einer Schere, kleinen Schuhen und Nähzubehör auf hellem Untergrund
    Von
    11. Mai 2026

    Etwa jedes sechste Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Immer mehr Menschen nehmen zur Erfüllung ihres Kinderwunsches assistierte Reproduktion im In- und Ausland in Anspruch. Und zahlen dafür. Welche Rolle spielen genetische Tests als Zusatzleistung? 

  • „Wir wissen erstaunlich wenig über mögliche Risiken“

    Interview mit
    7. Mai 2026

    Deutschland und die Schweiz erwägen eine Legalisierung der Eizell„spende“. In der Schweiz wurde das Gesetzgebungsverfahren bereits eingeleitet – trotz unzureichender Forschungslage. Das kritisiert Diane Tober im Interview. Statt um Hilfe zur Erfüllung des Kinderwunsches gehe es um harte Marktinteressen auf Kosten der Gesundheit von Eizellgeberinnen.