Gesundheitssystem

Die öffentliche Gesundheitsversorgung wird zunehmend privatisiert, ökonomisiert und individualisiert. Kostenersparnis, Prävention und individuelle Risikovermeidung sind die gesundheitspolitischen Ziele. Die frühzeitige „Erkennung“ vermeintlicher individueller Gesundheitsrisiken soll Menschen befähigen, Krankheiten vorzubeugen, macht sie jedoch auch individuell für den Erhalt der eigenen Gesundheit verantwortlich.

Die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte soll Patient*innendaten aus verschiedenen Quellen digital zusammenführen und auslesbar machen. Versprochen wird eine höhere Effizienz, eine maßgeschneiderte, individualisierte Medizin und eine bessere Versorgung. Tatsächlich entstehen immense Risiken für die Daten- und Versorgungssicherheit. Die Versprechungen der „individualisierten Medizin“ erweisen sich häufig als leer, treiben aber die Idee der individuellen Verantwortung für die eigene Gesundheit voran.

Beiträge zu diesem Thema

  • Schwangerschaftsabbrüche in Zeiten der Corona-Pandemie

    Von
    Taleo Stüwe , 13. Mai 2020

    Neben der Behandlung von Corona-Patient*innen muss auch der Erhalt medizinischer Grundversorgung gewährleistet werden. Doch die Sicherung des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen als notwendige medizinische Maßnahme ist derzeit nur bedingt gewährleistet.

  • COVID-19: Gesundheitsversorgung für alle!

    Von
    GeN ,

    (Berlin, 24.04.2020) Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) fordert anlässlich der Corona-Pandemie gemeinsam mit über 250 internationalen Organisationen und Unterstützer*innen eine internationale Kooperation zur Förderung medizinscher Entwicklung sowie eine umfassende und gerechte weltweite Gesundheitsversorgung.

  • Die Coronakrise

    Von
    GeN ,

    Zur Übersicht, Aufarbeitung, Reflexion und Analyse dokumentieren Uta Wagenmann & Sabine Könninger für das GeN die Ereignisse, Tag für Tag (und manchmal auch später) in ihrem Gesundheits- und medizinpolitischen Tagebuch zur Coronakrise.

  • Corona – ein Virus zeigt die Schwachstellen des Systems

    Von
    Isabelle Bartram ,

    Erst im Februar thematisierte der Gen-ethische Informationsdienst in seinem Schwerpunkt „Gesundheit in der Krise“ die dramatischen Auswirkungen der jahrzehntelangen Ökonomisierung im Gesundheitswesen. Jetzt steht das überlastete System vor einer Herausforderung von nie dagewesenem Ausmaß.

  • Ein Plädoyer für reproduktive Selbstbestimmung

    Von
    Taleo Stüwe ,

    Das GeN unterstützt den Alternativbericht zum Schwangerschaftsabbruch und zu reproduktiven Rechten. Die Autorinnen zeigen, dass Deutschland von einer Sicherung reproduktiver Selbstbestimmung fast 40 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Frauenrechtskonvention noch weit entfernt ist.