Agrobusiness

Piktogramm: Keimender Samen in Petrischale

Bereits heute teilt eine knappe Handvoll Konzerne den internationalen Saatgut- und Agrarmarkt unter sich auf. Mit der Bayer AG, der BASF und der KWS Saat haben drei globale Agrarkonzerne ihren Hauptsitz in Deutschland. Propagiert wird ein kapitalintensives Landwirtschaftsmodell, das auf Gentechnik, Agrarchemie, Patenten und Exportorientierung setzt, obwohl dieses sich längst als nicht zukunftsfähig erwiesen hat. Hunderte Millionen Menschen weltweit – gerade auf dem Land – hungern, Biodiversität geht verloren, Ressourcen neigen sich ihrem Ende zu. Die Interessen der großen Konzerne stehen Saatgut- und Ernährungssouveränität im Weg, für die Partizipation, Vielfalt und Unabhängigkeit notwendig sind.

Das Gen-ethische Netzwerk setzt sich für eine bäuerliche, soziale und ökologische Landwirtschaft ein. Deshalb engagieren wir uns unter anderem im Trägerkreis der Kampagne Meine Landwirtschaft und begleiten kritisch die Entwicklungen der drei großen deutschen Firmen im Agrarsektor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Deal zwischen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und Gentechnik-Industrie über umstrittenen CIBUS-Raps

    (Berlin und München, 3. November 2015) Die US-Biotech-Firma CIBUS hat sich mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) offenbar vertraulich darauf geeinigt, dass ihr umstrittener Raps nicht dem Gentechnik-Recht unterliegen soll. Das geht aus einer eMail-Korrespondenz hervor, die dem Gen-ethischen Netzwerk (GeN) vorliegt. Die eMails zeigen, dass die Öffentlichkeit von der Diskussion um den umstrittenen Raps ausgeschlossen werden sollte. Der Raps wurde mit einem Gentechnik-Verfahren hergestellt, das den Methoden des „Genome Editing“ zugerechnet wird. Umweltverbände und Bauernorganisationen verlangen, dass der Raps dem Gentechnik-Recht unterworfen und auf seine Risiken geprüft und gekennzeichnet wird. Maßstab der Bewertung müsse der Schutz der Gesundheit, der Umwelt und der gentechnikfreien Landwirtschaft sein.

  • Gefangen im agro-industriellen Komplex

    Agro-Gentechnik und industrialisierte Landwirtschaft werden in der öffentlichen Wahrnehmung oft in eins gesetzt, die Agro-Gentechnik dann entsprechend mit der maschinellen und chemischen Zurichtung biologischer Wachstumsprozesse in Verbindung gebracht. Diese Gleichsetzung ist aus mehreren Gründen berechtigt.

  • Glyphosat vor Gericht

    Interview mit
    3. Juli 2015

    Glyphosat ist der aktive Wirkstoff des Totalherbizids Roundup sowie anderer Totalherbizide, die beim Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen verwendet werden. Ende März stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein - mitten im Prozess der Neuzulassung in Europa.

  • Hoffnungsträger Mais

    3. Juli 2015

    Gentechnisch veränderter (gv) Mais, der unempfindlich gegenüber Trockenheit gemacht wurde, hat sich in den vergangenen Jahren zum wesentlichen rhetorischen Element der Gentechnikdebatte entwickelt. Dies gilt insbesondere auch mit Blick auf den afrikanischen Kontinent. In der Praxis zeigt er sich deutlich weniger erfolgreich.

  • Was bewegt die Konzerne?

    3. Juli 2015

    Alle Welt kennt Monsanto. Viele kritisieren den Konzern - zu Recht. Doch eine Handvoll weiterer Unternehmen folgt ihm auf dem Fuße. Woran arbeiten sie und was sind ihre Strategien für die Zukunft?