Reprotechnologien

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Eizell„spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind – diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Eugenik als wissenschaftliche Fortschrittsvision

    28. August 2018

    Ist es analytisch begründet und politisch sinnvoll, die neuen Möglichkeiten der Humangenetik und Reproduktionsmedizin sowie ihre gesellschaftliche Nutzung als „eugenisch“ zu charakterisieren?

  • Andere Methoden - andere Ziele

    28. August 2018

    „Eugenik“ dient heute als Kampfbegriff oft nur der Skandalisierung. Zur Beschreibung der normalisierten Praxis der pränatalen Diagnostik ist er ungeeignet. Ein Kommentar.

  • 40 Jahre künstliche Befruchtung

    Vorschaubild

    Am 25. Juli dieses Jahres jährt sich zum 40. Mal die erste erfolgreiche In-vitro-Fertilisation (IVF) am Menschen. Seitdem sind der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) zufolge mehr als acht Millionen Babys nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Welt gekommen.

  • Reproduktion und Selektion

    Thumbnail
    21. Februar 2018

    Eine Literaturstudie zu den gesellschaftlichen Implikationen der Präimplantationsdiagnostik.

  • „Eklatanter Reformbedarf“

    Interview mit
    18. Dezember 2017

    Beim 42. Bundeskongress des Deutschen Juristinnenbundes (djb) im September ging es um kontrovers diskutierte Themen wie „Leihmutterschaft“, die Regulierung von Samen- und Eizell“spende“ und den Zugang zu Reproduktionstechnologien. Die  Debatten drehten sich um die konkrete Bedeutung reproduktiver Rechte. In der nächsten Legislaturperiode wird es voraussichtlich Diskussionen um ein Fortpflanzungsmedizingesetz geben, in denen eine feministische, kritische Perspektive möglicherweise entscheidend sein kann.

    (pdf)357.41 KB