Reprotechnologien

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Eizell„spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind – diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Selbstbestimmung im Gefrierschrank

    5. Januar 2015

    Die Auseinandersetzung um social freezing hat wieder einmal alte Debatten der Frauenbewegung auf die Agenda gesetzt: Wie viel Autonomie birgt die Technisierung der Reproduktion?

  • Rezension: Mobile Eier

    28. August 2014

  • Reproduktionsmedizinische Feldbestellung

    7. Juli 2014
    Eizellspende und Leihmutterschaft waren in der Bundesrepublik lange kein Thema. Aber das ändert sich. Nicht nur ReproduktionsmedizinerInnen, auch JuristInnen und EthikerInnen machen zunehmend mobil, um deren Verbot zu kippen.

  • Protest gegen Keimbahnmanipulation

    (Berlin, 23. März 2014) Das GeN hat erneut gemeinsam mit anderen Gruppen und Einzelpersonen bei der britischen Human Fertility and Embryology Authority (HFEA) gegen die so genannte Mitochondrien-Manipulation protestiert. Diesmal entzündet sich unsere Kritik daran, dass die HFEA für eine Legalisierung der Methode votiert und bestehende Zweifel an der Sicherheit und Wirksamkeit der Methode ignoriert.