Reprotechnologien

Piktogramm: Petrischale mit Eizelle und Spermien

Eizell„spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind – diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien und alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Stellungnahme zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs

    Von
    GeN

    Das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) begrüßt die Einrichtung der Expert*innenkommission zur Prüfung einer Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs. Die Streichung des Schwangerschaftsabbruchs aus dem Strafgesetzbuch ist längst überfällig, um den menschenrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands nachzukommen und dringend notwendig, um eine adäquate Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

  • Reproduktive Gerechtigkeit – Kinderwunsch und Elternschaft in ungleichen Verhältnissen

    GID-Ausgabe
    266
    vom
    August 2023

    Welche Kinder sollen geboren werden, welche lieber nicht? Wer soll Kinder bekommen und aufziehen, wer besser nicht? Wer soll auf Eizellen und Gebärmütter anderer zugreifen können – und wer sollen diese anderen sein? Das Konzept der reproduktiven Gerechtigkeit beleuchtet diese gewaltvollen Fragen kritisch.

    Titelblatt GID 266

  • Frauen gegen Gentechnik

    Zwei Bücher zum Kongress Frauen gegen Gentechnik
    Von
    21. August 2023

    Der zweite Teil dieser Artikelreihe beleuchtet die Rolle feministischer Initiativen in der Anfangszeit von GID und GeN. Um auf die Konsequenzen der Gen- und Reproduktionstechnologie für Frauen aufmerksam zu machen, vernetzten sich kritische Feministinnen.

  • Zwang und Fremdbestimmung

    Bild von Amina
    Von
    21. August 2023

    Im NS wurden ca. 400.000 Menschen zwangssterilisiert. In der BRD wurde diese Praxis bis in die 1980er Jahre nicht als Unrecht anerkannt. Sterilisationen an behinderten Menschen gegen deren erklärten Willen wurden erst 1992 verboten, eine Sonderregelung für als „nicht einwilligungsfähige“ Personen wurde im Januar 2023 gestrichen. Ist damit nun endlich alles gut?

  • Kritische Reflexionen statt einfache Positionen

    Kyere und Körner Potrait
    Interview mit
    21. August 2023

    Derzeit werden oft queere Kinderwünsche als Argument für eine Legalisierung des Eizelltransfers und der Leihschwangerschaft vorgebracht. So einfach ist das allerdings nicht. Anthea Kyere und Constanze Körner sprechen über kritische, skeptische und ambivalente Perspektiven auf ein solches Vorhaben.