Wissenschaftskritik

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Wissenschaft wird von Seiten staatlicher Forschungspolitik seit Jahrzehnten als Ausgangspunkt ökonomischen Wachstums betrachtet. Die Förderpolitik zielt in erster Linie auf die Entwicklung ökonomischer Potenziale und vermarktbarer Produkte. Die kooperierende Industrie ist jedoch kein neutraler Partner, sondern beeinflusst – wie viele Studien belegen – oftmals das Ergebnis der von ihr finanzierten Forschung und die Publikation der Ergebnisse.

Durch diese zunehmende Ökonomisierung stehen auch Grundlagenforscher*innen unter dem Druck, spektakuläre Ergebnisse zu produzieren und zu vermarkten. Die Kommunikationsabteilungen wissenschaftlicher Institute tragen dazu bei, mediale Hypes und uneinlösbare Versprechen zu erzeugen. Kein Wunder also, dass Studien immer wieder zeigen, dass ein großer Teil der Forschungsergebnisse nicht reproduzierbar ist.

Beiträge zu diesem Thema

  • Jenseits von Hype und Dystopie - Das GeN zu den Gefahren geklonter Stammzellen

    (Berlin, 17. Mai 2013) In dieser Woche gab ein US-Forschungsteam aus Oregon bekannt, aus geklonten menschlichen Embryonen erstmals Stammzelllinien gewonnen zu haben.* Das Gen-ethische Netzwerk arbeitet seit vielen Jahren kritisch zu diesem Thema und nimmt den Medienhype um die Berichte aus Oregon zum Anlass, einmal mehr auf drei problematische Aspekte der Klonforschung hinzuweisen - und zwar im Hier und Jetzt.

  • „Klonforschung ohne Vision‟

    (Berlin, 17. Mai 2013) Unsere Kollegin Susanne Schultz ist gestern im Rahmen eines Beitrages über die neuen Ergebnisse der Stammzell-Forschung von 3sat nano interviewt worden. In der hier verlinkten Sendung ist es der erste Beitrag, das Interview beginnt bei etwa 3 Minuten 50 Sekunden.

  • Klimawandel und Bevölkerungsbombe

    Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 mobilisierten BevölkerungsexpertInnen und Lobbygruppen in den USA die Medien mit der Behauptung, die Überbevölkerung sei Hauptursache für die globale Erwärmung. Nur drastisch hohe Investitionen in Familienplanung könnten den Planeten noch retten. KritikerInnen in den USA mussten sich einmal mehr engagieren, um der Idee einer „Bevölkerungsbombe“ als Ursache weltweiter Krisen entgegenzutreten.

  • Zwischenbilanz

    5. März 2013

    Seit der Veröffentlichung des Artikels „Long term toxicity of a Roundup herbicide and a Roundup-tolerant genetically modified maize“ von Gilles-Eric Séralini et al. (2012) ist nun ein halbes Jahr vergangen. Die wohl wichtigste Erkenntnis aus den zurückliegenden Monaten ist, dass wir bis heute nicht wissen, wie wir die Wirkung von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen auf die menschliche Gesundheit untersuchen und bewerten sollen. Es gibt verschiedene Modelle und Verfahren, aber einen Standard, der weitgehend akzeptiert ist, gibt es bislang nicht. Das an sich ist keine neue Erkenntnis. Jedoch ist diese Erkenntnis nun nicht mehr reines Spezialisten-Wissen.

  • Mit zweierlei Maß

    5. März 2013

    Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA misst bei der Bewertung von gentechnisch veränderten Organismen mit zweierlei Maß. Das legt eine Testbiotech-Analyse nahe. Die Nichtregierungsorganisation hat GVO-Zulassungsdossiers und deren Bewertungen durch die EFSA überprüft.