Rezension: Der kritische Agrarbericht 2007

Das Agrarbündnis gibt alljährlich den kritischen Agrarbericht (KAB) heraus. Das ist immer ein überaus lesenswertes Kompendium über Agrarpolitik, Wissenschaft und Entwicklung, den ländlichen Raum und so weiter und so fort. Der KAB 2007 hat den Schwerpunkt „Agro-Gentechnik”, was ihn für unsere geneigte Leserschaft besonders interessant machen dürfte. Dreizehn Artikel widmen sich diesem Thema. Natürlich gibt es einen zu der Bewegung der gentechnikfreien Regionen und natürlich auch einen zur Rolle der Welthandelsorganisation WTO in der globalen Debatte um das Für und Wider der Gentechnik. Besonders erhellend unter dem aktuellen Diskussions-Einerlei zur so genannten Koexistenz von gentechnisch veränderten, konventionellen und ökologischen Anbauformen ist ein Blick auf die Rolle des Landhandels bei der Einführung der Gentechnik mit besonderer Würdigung der Koexistenz-Strategien der Saatgutindustrie (Monsanto und Agrevo) in Kanada Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Diese sind, wie man heute weiß, gescheitert. Auch interessant: Was sagt der Tierschutz zu der Frage von mehr Sicherheitsüberprüngen für gentechnisch veränderte Organismen, die in den gentechnikkritischen Verbänden gerne erhoben werden? Der kritische Agrarbericht ist Pflicht!

Erschienen in
GID-Ausgabe
183
vom August 2007
Seite 55

Christof Potthof war bis Ende April 2020 Mitarbeiter im GeN und Redakteur des GID.

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