40 Jahre: Aufbrüche und Umbrüche – Das Gen-ethische Netzwerk zwischen Information und Bewegung

Schwerpunkt

Vor 40 Jahren hat das Gen-ethische Netzwerk e.V. (GeN) den Aufbruch gewagt. Seitdem begleitet es die Entwicklungen rund um Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin kritisch und macht ihre gesellschaftlichen Auswirkungen sichtbar. Anlässlich des 40. Jubiläums beleuchtet das GID MAGAZIN die Bewegungsgeschichte rund um das GeN – von den Ursprüngen des Vereins über den Wandel feministischer Diskurse rund um Reproduktionstechnologien bis hin zu aktuellen Umbrüchen beim Umgang mit Gen- und Biotechnologien.

Impressum

GID MAGAZIN – Gen-ethischer Informationsdienst Nr. 278,
August 2026 vom 20.08.2026 / 42. Jahrgang, ISSN 2941-1084.
Redaktion: Laura Theuer (lt) (ViSdP), Jonte Lindemann (jl), Judith Düesberg (jd), Kosmas Hench (kh)
Kooperation mit biorespect: Gabriele Pichlhofer (gp), Tino Plümecke (tp)
Gestaltung: Agnes Raguse
Titelbild: Agnes Raguse

Artikel in dieser Ausgabe

  • In Bewegung

    Von Die GID-Redaktion

    40 Jahre GeN: 
    Stimmen aus unserem Netzwerk

    Das GeN lebt vor allem durch eins: ein Netzwerk aus engagierten Personen und Organisationen, die sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin einsetzen. Wir danken unseren Mitstreiter*innen für die solidarische und wirkungsvolle Zusammenarbeit.

  • „Information ist die Grundbedingung einer lebenden Demokratie“

    Die ersten Beiden Panels des GeN-Comics "Willi Watte auf der Flucht": Das erste Bild zeigt das überdimensionale Wattestäbchen Willi auf dem Weg zur Arbeit bei der Polizei, im zweiten Bild diskutiert Willi mit Arbeitskolleg*innen.
    Von Jonte Lindemann

    1986 haben Gentechnikkritiker*innen, Feminist*innen und Computernerds den Aufbruch gewagt, um das Gen-ethische Netzwerk (GeN) zu gründen. Wir erinnern an ihre Ideen und blicken auf die Entwicklungen, die die Informationsarbeit des Netzwerks seitdem mitgeprägt haben.

  • Die Technologie schreitet voran, das Patriarchat bleibt

    Arbeitsplatz mit Laptop, Kamara, Kaffeetasse, Handy und Notizzetteln. Mitten auf dem etwas unübersichtlichen Tisch liegt eine Zeitung mit den Überschriften "Recht auf behindertes Leben" und "Humangenetik - die 'saubere Eugenik' auf Krankenschein"
    Von Jonte Lindemann

    Gegen das mitunter völlig unregulierte Voranschreiten von Reproduktionstechnologien wehrte sich in den 1980ern eine starke feministische Bewegung – mit teils radikalen Forderungen. Was ist von der damaligen Kritik übriggeblieben?

  • Aufbruch, um Erkämpftes zu verteidigen

    Ein wackliger Jenga-Turm vor schwarzem Hintergrund. Zwei Hände interagieren mit dem Turm: von links zieht eine Hand im Anzug einen Stein aus dem Turm, während von rechts eine Hand imm grünen Wollpulli den Turm stützt der umzufallen droht.
    Von Judith Düesberg

    Vierzig Jahre nach den ersten Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen kommt es in der EU zu einer Welle von Vereinfachungen im Umgang mit Biotechnologien. Jetzt gilt es, Erstrittenes zu verteidigen. Denn es geht um den Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie die Grundpfeiler der Demokratie in der EU.

  • Toxische Cocktails

    Blick in einen Schweinestall. Drei Schweinne fressen aus einem Eimer mit Tierfutter in dem ein Cocktail-Schirmchen steckt.
    Von Judith Düesberg

    Kennzeichnungen auf Lebensmitteln ermöglichen Verbraucher*innen, informierte Kaufentscheidungen zu treffen. Sie geben auch Auskunft darüber, ob Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Warum dies das Tierwohl und die Umwelt beeinträchtigen kann, verdeutlichen neue wissenschaftliche Studien.

  • Effizientere Vorurteile

    Blick auf einen Laptop in einer Polizeiwachstube. Auf dem Bildschirm sind futuristische Datenbankeinträge mit Portraitbildern und einer DNA Helix zu sehen. Ein Polizist bedient den Laptop und ist nur teilweise im Bild.
    Von Kosmas Hench

    Die Kombination von künstlicher Intelligenz und Genforschung verspricht schnelle Antworten und Entlastung bei polizeilicher Ermittlungsarbeit. Allerdings sind in beiden Feldern Schwachstellen angelegt, die bestehende Diskriminierungen fortschreiben und verfestigen können.

  • Rezension: Etikettenschwindel bei „liberaler Eugenik“

    Cover des Buchs "Keimbahneingriffe im Namen der Freiheit?" mit  weißem Schriftzug auf rotem Hintergrund.
    Von Kosmas Hench

    Keimbahneingriffe zur genetischen Veränderung von ungeborenen Menschen und deren Nachkommen werfen grundlegende ethische Fragen auf. Befürworter*innen beanspruchen eine liberale Perspektive: Sie argumentieren, dass dadurch die Chancengleichheit zukünftiger Generationen maximiert und die elterlichen Reproduktionsfreiheit gefördert werden könne.

  • Rezension: Trans* Elternschaft: Antworten jenseits von Reprotech

    Cover des Buchs "becoming trans* parents." mit schwarzem Schriftzug auf gemustertem weißem Hintergrund.
    Von Jonte Lindemann

    Wie trans* und nichtbinäre Menschen trotz bürokratischer Erschwernisse und anderer Zugangshemmnisse Eltern werden, hat Soziolog*in Jenn Stoll untersucht. Aufbauend auf dem theoretischen Konzept der Repronormativität, mit dem sich Ein- und Ausschlussdynamiken in Bezug auf Reproduktion und Elternschaft fassen lassen, fragt Stoll: Wie werden Menschen abseits cisnormativer Familienmodelle Eltern? Welchen Hürden begegnen sie? Und welche Umgangsstrategien finden sie damit?