Gegenöffentlichkeit


Da hat der Verwalter (Er? Sie?) des Großen Kalenders Fingerspitzengefühl bewiesen: Einen Tag vor dem Beginn unseres Jubiläums-Mitglieder-Wochenendes Anfang September spricht uns ein junger Mann auf den Anrufbeantworter. Beim Rückruf erfahren wir, dass wir den Salus-Journalistenpreis zugesprochen bekommen haben: Kategorie Sonderpreis. Wir hatten uns als Redaktion beworben, nicht mit einem speziellen Beitrag oder Titelthema. Unser Dank gilt natürlich dem Stifter, aber vor allem unseren Autorinnen und Autoren, die seit Jahren den Gen-ethischen Informationsdienst unterstützen und sich nicht von den wiederholten Nachfragen und Vorschlägen zur Überarbeitung abschrecken lassen. Ohne Sie, liebe LeserInnen, sind wir nichts - das versteht sich von selbst. Deshalb auch an Sie unser Dank. Verbinden möchten wir diesen mit der Bitte, uns zu kritisieren: Schreiben Sie uns Briefe, lassen Sie uns wissen, was Ihnen gefällt, und was nicht. Empfehlen Sie uns weiter, verschenken Sie Abos und kopieren Sie unser Heft! Der Dreh- und Angelpunkt für unser Wirken ist der Begriff der Gegenöffentlichkeit. Möglichst vielen Menschen den Zugang zu medialer Öffentlichkeit zu ermöglichen, ist wesentlicher Teil dieses Konzeptes. So ist es kein Wunder, dass wir in diesem Heft ein Interview mit AktivistInnen bringen. Aber: Gegenöffentlichkeit ist nach Christoph Spehr „wesentlich auch eine spontane soziale Praxis (...) [Gegenöffentlichkeit] beginnt mit der Erfahrung, sich mit seinem Anliegen in der vorfindlichen Öffentlichkeit nicht äußern zu können, nicht frei äußern zu können, oder mit seiner Stimme keinen Einfluss zu haben“. In diesem Sinne...
Die GID-Redaktion

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
208
vom Oktober 2011
Seite 2

Das GeN ist 25!

Nach den Jubelfeiern können wir uns nun wieder der ungetrübten Archiv-Schau widmen und so springt uns in der August-Ausgabe 1986 (GID 18) ein besonderes Schätzchen ins Auge: „Steven Lindow, Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley, darf die von ihm gentechnisch manipulierten Eis-Minus-Bakterien zunächst nicht freisetzen. (...) Der Frostschutz durch Eis-Minus-Bakterien geht auf die von Lindow an der Universität Berkeley erforschte Entdeckung zurück, daß die Wildform der Bakterien (Pseudomonas syringae) ein Protein abscheidet, welches bei Temperaturen unter Null Grad als Kristallisationskern die Bildung von Eiskristallen fördert. (...) Versuche im Gewächshaus ergaben, daß mit den (...) manipulierten Bakterien, Pflanzen Temperaturen bis minus fünf Grad ohne Schäden überstehen.“ Im Februar 1987 musste der GID dann berichten, dass die US-Umweltbehörde die Freisetzung genehmigt hatte. Später stellte es sich heraus, dass die Bakterien bereits vor der Genehmigung illegal freigesetzt worden waren...

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