BMBF plant Bürgerdialog Zukunftstechnologien


Ich habe die Liste meiner prioritären Forschungsprojekte schon zusammen und warte nur noch auf den Anruf von Annette Schavan, dass sie mich endlich zu ihrer neuen Wunderwaffe gegen mein „Missbehagen” über den „Zustand der parlamentarischen Demokratie in unserem Land”, meine „Abkehr vom Fortschrittsglauben” und meine zunehmende „Individualisierung” einlädt. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich in Google-Philosophie schlau gemacht (cloud-irgendwas) und spricht jetzt von der „Weisheit der vielen” (zum Beispiel in der Welt am Sonntag, Weihnachtsausgabe 2010). Schavan behauptet, dass Interessierte „die Ergebnisse [eines von ihr am angegeben Ort näher beschriebenen] Meinungsbildungsprozesses in Form eines Bürger-Reports in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft einbringen können”. Ich dagegen frage mich, ob nicht doch eher die WirtschaftsWoche (online, 11.12.10) den Nagel auf den Kopf getroffen hat, wenn sie schreibt: „Bürgerdialoge sollen Akzeptanz für grüne Gentechnik schaffen”.
Die GID-Redaktion

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
204
vom Februar 2011
Seite 2

Das GeN wird 25!

Anlässlich dieses freudigen Ereignisses haben wir den Blick ins Archiv gewagt: Im Dezember 1987 berichteten wir im GID Nr. 28 vom ersten Gerichtsprozess, bei dem ein genetischer Fingerabdruck als Beweismittel gegen einen Angeklagten eingebracht wurde. Im November '87 hatte ein Gericht in der englischen Stadt Bristol einen Vergewaltiger zu acht Jahren Haft verurteilt, weil Samenspuren, die der Täter hinterlassen hatte, ihm über einen DNA-Abgleich zugeordnet worden waren. Zuvor waren DNA-Proben schon mehrfach in Ermittlungsverfahren verwendet worden, nicht aber in der Funktion als Beweismittel vor Gericht. Diese Meldung liegt nunmehr 24 Jahre zurück. An Aktualität und Brisanz hat sie nicht verloren: DNA-Abgleiche sind in der Forensik nicht mehr wegzudenken, und die DNA-Profile immer größerer Teile der Bevölkerung werden bereits in polizeilichen Datenbanken erfasst. Unsere erste Ausgabe des GID im GeN-Jubiläumsjahr 2011 beschäftigt sich mit der zunehmenden Speicherung dieser sensiblen und privaten Daten.

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