Rezension: Der Kritische Agrarbericht

In diesem Jahr widmet sich der Kritische Agrarbericht in seinem Schwerpunkt dem Thema „Wachstum“. Dass dieses Thema für die Landwirtschaft generell ein heikles ist, liegt nahe, ist doch das Motto „Wachse oder weiche!” gerade hier über viele Jahre zur Zuspitzung des Streits um den richtigen Weg - in Ökonomie wie in Politik - geworden. Dass gerade die Verbände des Agrarbündnisses sich in dieser Frage immer klar gegen das genannte Motto positioniert haben, ist dabei nur die Basis für eine Textsammlung, der die Redaktion paradigmatisch ein „Weniger ist schwer“ voranstellt. Dialektik in den Händen von Bäuerinnen und Bauern ... wir sehen nicht zum ersten Mal: diesen Kreis von Autorinnen und Autoren, AktivistInnen der Agrarpolitik und Verbündete aus Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen sollte man nicht unterschätzen ... auch wenn ich nach der Lektüre das Gefühl habe, dass die Frage nach dem Wachstum bei ihnen im Prinzip gut aufgehoben ist, ahne ich doch aus dem einen oder anderen Text die Dollarzeichen in den Augen des Autors, der Autorin, wenn sich der Blick - ganz undialektisch - auf die steigenden Wachstumskurven des Biomarktes richtet.

Christof Potthof

➤ Agrarbündnis e.V. (Hg.): Der kritische Agrarbericht 2016. Schwerpunkt: Wachstum. AbL Bauernblatt Verlags-GmbH (2016), 320 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-930413-59-1.

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
235
vom April 2016
Seite 42

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