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Mensch ohne Maß?

Die moderne Biomedizin eröffnet immer weiter reichende Möglichkeiten, den Menschen nicht nur zu heilen, sondern ihn auch individuellen Wünschen gemäß zu „verbessern“. Wo liegt das Maß dieses Selbstgestaltungsprozesses? Was unterscheidet eine gute von einer problematischen Selbstgestaltung? Anthropologisch wollen Giovanni Maio und Kollegen klären, welchen Begriff und welches Bild vom Menschen dem Handeln zu Grunde gelegt werden können. Die Grenzen dieses Handelns wollen sie aus der Perspektive der Medizinethik erörtern. „Mensch ohne Maß? Reichweite und Grenzen anthropologischer Argumente in der biomedizinischen Ethik“, Verlag Karl Alber, 2008, 436 Seiten, 48 Euro, ISBN: 978-3-495-48273-5

Der verkaufte Patient

Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich im Umbruch - jedoch nicht zum Positiven hin. Das verdeutlicht Renate Hartwig, indem sie die Hintergründe zu Gesundheitsreformen genauer beleuchtet. Sie geht den Zusammenhängen zwischen agierenden Personen sowie deren Handlungs-Motivation auf den Grund und analysiert auf diese Weise das gesamte System. Dabei richtet sie einen Appell an Ärzte und Patienten, sich entschieden der Entwicklung einer „durchkommerzialisierten” Gesundheitsversorgung entgegenzustellen. Renate Hartwig: „Der verkaufte Patient”, Pattloch Verlag, 2008, 284 Seiten, 16,95 Euro, ISBN 978-3-629-02204-2

Biodiversität

Der Schutz der biologischen Vielfalt und deren Wert wird aus verschiedenen Perspektiven unterschiedlich betrachtet. In interdisziplinärer Herangehensweise erörtern Dirk Lanzerath, Wilhelm Barthlott und Jens Mutke, inwiefern Biodiversität als eigenständiges Gut gelten kann, mit welchen Methoden sie erfasst wird und auf welche Weise sich ökonomischer Nutzen aus ihr ziehen lässt. Darüber hinaus diskutieren sie, wie einzelstaatliche Regelungen, internationale Konventionen und völkerrechtliche Bestimmungen dem Schutz der Biodiversität dienen können. Verlag Karl Alber, 2008, 218 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-495-48227-8

Eugenik und die Zukunft

Eine öffentliche Eugenikdebatte soll hergestellt werden. Dazu wird im ersten Teil dieses Bandes die Relevanz der Positionen von Platon, Nietzsche und Heidegger zur Eugenik thematisiert sowie zwei Texte der Autoren Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas. Der zweite Teil behandelt einschlägige mit der Eugenik verbundene systematische Fragestellungen. „Eugenik und die Zukunft“ von Stefan Lorenz Sorgner, H. James Birx und Nikolaus Knoepffler, Verlag Karl Alber, 2006, 218 Seiten, 19 Euro, ISBN 978-3-495-48144-8

Gott spielen

Stammzellforschung, Klonen und Genmanipulation - geht es bei der Forschung an und mit menschlichen Embryonen überhaupt noch um eine „Ethik des Heilens” oder doch in erster Linie um Ruhm und Profit? Stefan Rehders Buch „Gott spielen. Im Supermarkt der Gentechnik” gewährt Einblick in die Gefahren der modernen Gentechnik und schildert deren soziale und ethische Konsequenzen. Erschienen im Pattloch Verlag, 2007, 240 Seiten, 16,95 Euro, ISBN 978-3-629-02176-2

Autonomie am Lebensende?

Mit der Formel „leben machen, sterben lassen” definierte Michel Foucault Mitte der 1970er Jahre die grundlegende Logik moderner Biomacht. Stefanie Graefe untersucht die heutige theoretische Reichweite des von Focault geprägten Begriffes der Biopolitik und das Beispiel der Debatte um Sterbehilfe und Patientenverfügungen. Das für moderne Biopolitiken zentrale Versprechen auf Autonomie erweist sich hier als Element einer Ökonomisierung des sozialen Lebens, die vor dem Prozess des Sterbens nicht Halt macht. "Autonomie am Lebensende? Biopolitik, Ökonomisierung und die Debatte um Sterbehilfe", erschienen im Campus Verlag, 2007, 334 Seiten, 39,90 Euro, ISBN 978-3-593-38432-0

Sexualität als Experiment

Experimente um und mit Sexualität sind allgegenwärtig in Wissenschaft und populärer Kultur. Nicolas Pethes und Silke Schicktanz untersuchen, warum das so ist und was dies über unsere moderne Kultur und Gesellschaft verrät. „Sexualität als Experiment. Identität, Lust und Reproduktion zwischen Science und Fiction”, herausgegeben vom Campus Verlag, 2008, 417 Seiten, 34,90 Euro, in Österreich 35,90 Euro, ISBN 978-3-593-38608-9

GID Meta
Erschienen in
GID-Ausgabe
189
vom September 2008
Seite 62

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