Reprotechnologien

Eizellen„-spende“ und „Leihmutterschaft“ sind in Deutschland verboten, das regelt das Embryonenschutzgesetz (EschG). Um solche  Reproduktionstechnologien dennoch zu nutzen, reisen Schätzungen zufolge jedes Jahr bis zu 3.000 deutsche Paare ins Ausland. Der starke Kinderwunsch dieser Paare, das vermeintliche Kindeswohl, die mit dem Reproduktionstourismus verbundenen Probleme, ein postuliertes „Recht“ auf ein eigenes Kind - diese Argumente werden von unterschiedlichen Gruppen verstärkt vorgebracht, um die Verabschiedung eines „modernen“, liberalen Fortpflanzungsmedizingesetzes voranzubringen.

Selten thematisiert werden die geringen Erfolgsaussichten reproduktiver Technologien oder alternative Möglichkeiten der Familiengründung wie Pflegekinder oder Co-Parenting. Die Probleme und Rechte von „Spenderinnen“ und „Leihmüttern“ kommen in diesen Diskursen noch weniger vor.

Beiträge zu diesem Thema

  • Lobby für Liberalisierung

    Von
    Kirsten Achtelik , 14. August 2019

    Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Anfang Juni 2019 die Stellungnahme „Fortpflanzungsmedizin in Deutschland – für eine zeitgemäße Gesetzgebung“ veröffentlicht, in der ein neues, sehr liberales Fortpflanzungsmedizinrecht gefordert wird.

  • GID-Ausgabe
    249
    vom Mai 2019

    Nulltoleranz – Rechte Ideologien in der Kritik

    In diesem Heft beschäftigen wir uns mit rechten Ideologien in den Debatten um Bio-, Gen- und Reproduktionstechnologien und wollen uns von ihnen abgrenzen. Dafür haben wir unsere Autor*innen gebeten Ideologien und Argumentationsmuster zu analysieren, die wir als verkehrt und äußerst gefährlich erachten. Wir leisten mit dieser Ausgabe einen Betrag dazu rechte Aktivitäten, Argumente und Kontinuitäten aufzuzeigen und für sie zu sensibilisieren.

  • Eugenik als wissenschaftliche Fortschrittsvision

    Peter Wehling , 28. August 2018

    Ist es analytisch begründet und politisch sinnvoll, die neuen Möglichkeiten der Humangenetik und Reproduktionsmedizin sowie ihre gesellschaftliche Nutzung als „eugenisch“ zu charakterisieren?

  • Andere Methoden - andere Ziele

    Kirsten Achtelik , 28. August 2018

    „Eugenik“ dient heute als Kampfbegriff oft nur der Skandalisierung. Zur Beschreibung der normalisierten Praxis der pränatalen Diagnostik ist er ungeeignet. Ein Kommentar.

  • 40 Jahre künstliche Befruchtung

    Kirsten Achtelik ,

    Am 25. Juli dieses Jahres jährt sich zum 40. Mal die erste erfolgreiche In-vitro-Fertilisation (IVF) am Menschen. Seitdem sind der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) zufolge mehr als acht Millionen Babys nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung zur Welt gekommen.